Herr König steht am Fenster seines Büros und blickt auf die Stadt. Zwischen Telefonkonferenzen, Vertragsentwürfen und E-Mails hat er sich eigentlich vorgenommen, sich „irgendwann“ mit den Neuerungen im Wirtschaftsrecht 2026 zu befassen. Doch schon der erste Mandantenanruf an diesem Morgen macht klar: Dieses Jahr wartet nicht.
„Wir müssen unseren Gesellschaftsvertrag anpassen“, sagt der Mandant. „Und zwar schnell.“
Herr König lächelt. Willkommen im Wirtschaftsrecht 2026.
Gesellschaftsrecht wird beweglicher
Das neue Jahr bringt mehr Flexibilität für Unternehmen, insbesondere für Kapitalgesellschaften. Digitale Beschlussfassungen, vereinfachte Formerfordernisse und klarere Regelungen zur Organhaftung sorgen dafür, dass Entscheidungen schneller und transparenter getroffen werden können. Was früher formale Hürden hatte, wird nun praxisnäher ausgestaltet.
Für Geschäftsführer und Gesellschafter bedeutet das weniger Stillstand und mehr Verantwortung. Denn wer schneller entscheiden kann, muss auch schneller rechtlich sauber handeln.
Verträge unter neuen Vorzeichen
Im Vertragsrecht zeigt sich 2026 eine deutliche Entwicklung hin zu Klarheit und Fairness. Standardklauseln geraten stärker in den Fokus, insbesondere bei langfristigen Geschäftsbeziehungen. Gerichte achten zunehmend darauf, ob Verträge nicht nur rechtlich wirksam, sondern auch wirtschaftlich ausgewogen sind.
Herr König merkt schnell: Der Satz „Das haben wir immer so gemacht“ reicht nicht mehr aus. Verträge müssen erklären, was sie regeln – und warum. Transparenz ist keine Kür mehr, sondern Voraussetzung.
Compliance rückt in die Chefetage
Was früher gerne an externe Berater oder interne Beauftragte delegiert wurde, landet 2026 zunehmend auf dem Schreibtisch der Geschäftsleitung. Die Neuerungen stärken die Verantwortung der Unternehmensführung für funktionierende Compliance-Strukturen.
Dabei geht es nicht um Misstrauen, sondern um Prävention. Wer Risiken früh erkennt, spart Zeit, Geld und Nerven. Herr König formuliert es gegenüber seinen Mandanten gern so: „Compliance ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Frühwarnsystem.“
Haftung wird konkreter
Auch im Haftungsrecht wird 2026 genauer hingeschaut. Geschäftsleiter haften nicht häufiger, aber klarer. Die Anforderungen an Dokumentation, Entscheidungsgrundlagen und Risikobewertungen steigen. Das betrifft vor allem strategische Entscheidungen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Für Unternehmen heißt das: Entscheidungen müssen nicht risikolos sein, aber nachvollziehbar. Wer erklären kann, warum er so gehandelt hat, steht rechtlich deutlich besser da.
Internationale Geschäftsbeziehungen im Fokus
Grenzüberschreitende Verträge, Lieferketten und Beteiligungen sind längst Alltag. 2026 bringt hier weitere Präzisierungen, insbesondere zur Zuständigkeit von Gerichten und zur Durchsetzbarkeit von Ansprüchen. Internationale Verfahren sollen berechenbarer werden, auch wenn sie komplex bleiben.
Herr König schätzt diese Entwicklung. Sie zwingt Unternehmen dazu, international zu denken, ohne den rechtlichen Boden unter den Füßen zu verlieren.
Wirtschaftsrecht 2026 ist näher an der Praxis
Als Herr König am Abend sein Büro verlässt, ist klar: Wirtschaftsrecht 2026 ist kein abstraktes Regelwerk, sondern ein Begleiter unternehmerischer Entscheidungen. Es fordert mehr Verantwortung, belohnt aber auch Klarheit, Struktur und vorausschauendes Handeln.
Oder anders gesagt: Wer das Wirtschaftsrecht 2026 versteht, führt sein Unternehmen nicht nur rechtssicher, sondern auch zukunftsfähig.

